14.07.2021

Unternehmen erkennen zunehmend die Notwendigkeit von Coworking Spaces als Arbeitsplatz für ihre Mitarbeitenden

Arbeitsleben

Coworking wird im Aargau immer beliebter. In einer dreiteiligen Reihe beleuchtet Work Life Aargau verschiedene Aspekte der boomenden Coworking-Szene. In Teil 1 wurde aufgezeigt, warum Coworking Spaces vor allem in ländlichen Umgebungen bzw. in Regionalzentren Sinn machen und welche Anbieter es im Aargau bereit gibt. In diesem Beitrag besprechen wir mit Quyen Truong, Chief Business Development & Marketing Officer von Office LAB, dass nicht nur Selbständige oder Kreative sondern auch Angestellte in grossen Unternehmen von Coworking profitieren.

Dieser Beitrag ist der zweite Teil unserer Story-Reihe zum Thema Coworking. Teil 1 beleuchtet die Coworking-Szene im Aargau. In diesem zweiten Teil beschreibt Quyen Truong von Office LAB, wie und warum grössere Unternehmen ihren Mitarbeitenden zunehmend das Arbeiten im Coworking ermöglichen. Im letzten Teil der Serie führen wir ein Interview mit Christoph Neeser, aktiver Coworker im Dienste des Migros-Genossenschafts-Bunds, über die Vor- und Nachteile der Arbeit im Büro, Coworking und Homeoffice.

Work Life Aargau: Vielen Dank, liebe Quyen, dürfen wir dir ein paar Fragen zum Coworking-Angebot für Unternehmen bzw. deren Angestellte stellen!
Vorab – wie hat sich Coworking während Corona verändert? Und welche Trends und Veränderungen sind nach Corona zu erwarten?

Quyen Truong: Dank der Pflege der Community ist die Solidarität zwischen Spaces und Nutzern gross, auch wenn die geltenden Vorsichtsmassnahmen an Arbeitsplätzen und die Homeoffice-Plicht auch in Coworking Spaces Spuren hinterlassen haben. Vor allem Meeting- und Eventräume werden weniger genutzt, weil zunehmend auf Video-Conferencing umgestiegen wurde. 

Andererseits haben nicht alle Menschen eine produktive Homeoffice-Umgebung und sind daher auf der Suche nach Alternativen. Dies bringt den Coworking Spaces neue Kontakte in ihre Community. Für diese Fachkräfte bieten wir attraktive Infrastruktur und ein inspirierendes Umfeld, in dem man ruhig und konzentriert arbeiten kann. Dadurch, dass immer mehr Coworking Spaces sogar mit dem Fahrrad erreichbar sind und mit der Einhaltung der vorgeschriebenen Vorsichtsmassnahmen bieten solche Spaces einen sicheren Arbeitsort während der Pandemie.

Vielmehr aber beschleunigt Corona das Umdenken in der Arbeitsweise, sodass Arbeitgeber zukünftig nicht mehr drum herum kommen, ihren Mitarbeitenden mehr Flexibilität in der Wahl des Arbeitsortes zu ermöglichen. Coworking as a Third Space ist in den neuen Arbeitskonzepten von Corporates und grösseren KMUs somit sehr aktuell.

quote-left
Homeoffice ist nicht die Lösung für alles. Auch grössere Unternehmen beginnen Coworking as a Third Space in ihre Arbeitsplatzkonzepte zu integrieren.
quote-right

Quyen Truong, Chief Business Development & Marketing Officer bei Office LAB

Mitarbeitende von grösseren Unternehmen gehen nicht alle ins gleiche Coworking. Wie siehst du diese Entwicklung und was empfiehlst du dazu?

Quyen Truong: Für Grossunternehmen ist die Zusammenarbeit mit mehreren Spaces und damit unterschiedlichen Rahmenbedingungen umständlich, weshalb das Abo-Modell für Corporates nach einem Partner mit einem starken Standortnetzwerk verlangt. Das Unternehmen kauft im Vorfeld ein gewisses Credit-Paket für seine Mitarbeitenden und bei Nutzung eines Space wird ein Credit pro Tag und Nutzerin oder Nutzer abgebucht. Mit zunehmender Nachfrage wird sich auch das Space Angebot entwickeln. Wichtig für unsere Branche ist deshalb, dass wir uns in regionalen Netzwerken organisieren, damit solche Abos angeboten werden können.

Office LAB ist im Aargau mit zwei Standorten vertreten. Wie gross ist das Potential im Aargau und sind weitere Standorte dort geplant?

Quyen Truong: Wir bekommen viele Anfragen für unseren Standort in Baden und sehen das Potential, den Standort zu erweitern oder allenfalls im Kanton einen weiteren Standort zu eröffnen. Die Zusammenarbeit mit dem Verein Work Life Aargau unterstützt Aargauer Unternehmen dabei, sich für solche neuen Arbeitskonzepte zu öffnen und motiviert sie, ihren Mitarbeitenden die Flexibilität zu bieten auch in Coworking Spaces zu arbeiten.

Denn Coworking Spaces sind nicht nur eine Alternative zum Homeoffice, sondern ermöglichen es als inspirierende Zonen, sich als ganzes Team oder als Teil einer Community kreativ zu entfalten. Dies fördert auch den branchenübergreifenden Austausch und ermöglicht es so, neues Wissen für Projekte zu gewinnen. Nur nebenher erwähnt sei, dass sich Unternehmen auch Gedanken machen müssen, ob sie in ihrem Arbeitsumfeld selbst solche Kreativzonen anbieten müssen oder ob sie dank Coworking Spaces sogar Platz einsparen können.

Autor: Work Life Aargau, Interview mit Quyen Truong

Weitere Stories

Was tun gegen den Fachkräftemangel?

Story

18.08.2021

Unternehmen

Was tun gegen den Fachkräftemangel?

"Unternehmen müssen inspirieren", sagt Patrick Mollet. Der Mitinhaber von «Great Place to Work Switzerland» erklärt im Interview, weshalb Unternehmen mehr Offenheit bei der Rekrutierung von Fachkräften zeigen sollten.

Fast Good statt Fast Food: Food-Trends im Wandel

Story

15.09.2021

Interessen

Fast Good statt Fast Food: Food-Trends im Wandel

Die gesellschaftlichen Megatrends beeinflussen unsere Ernährung. Die veränderte Arbeitswelt und neue Formen des Zusammenlebens bestimmen, wann, wo und mit wem wir essen. Beim «Was» spielen eine nachhaltige Produktion und gesunde Inhaltsstoffe eine zunehmende Rolle. Und die Zubereitung wird immer mehr zum Erlebnis.

Mit den Patienten auf die Zukunft hinarbeiten

Story

13.10.2021

Arbeitsleben

Mit den Patienten auf die Zukunft hinarbeiten

Lucas Manzke wünschte sich während seiner Ausbildung zum Pflegefachmann mehr Zeit für die Patienten. In der Rehaklinik Bellikon hat er gefunden, was er sucht.

Online Learning: Was bleibt nach Corona?

Story

17.11.2021

Freizeit

Online Learning: Was bleibt nach Corona?

Fernstudiengänge kennen das digitale Lernen schon länger. In den Berufs- und Fachhochschulen haben Learning Management Systems wie Moodle mit den Lockdowns an Bedeutung gewonnen. Und selbst an der Volksschule haben Schüler*innen inzwischen Erfahrung mit Lernplattformen.