29.09.2021

Junge Talente auf spannende Business-Cases «losgelassen»

Interessen

Die Neuausrichtung eines Industrieausrüsters, Freizeitangebote eines Bahnunternehmens für junge Zielgruppen, eine Plattform für Elektroschrott-Recycling: Solche und andere Business-Cases konnten Jungtalente im ersten Next.Entrepreneur Bootcamp in Baden bearbeiten. Auftraggeber waren reale Firmen mit tatsächlichen Herausforderungen die so auf vielversprechende Talente getroffen sind und sich so präsentieren konnten. Employer Branding as its best

«Die Veranstaltung war ein voller Erfolg», sagt Thomas Eichenberger, Leiter der Geschäftsstelle des Bildungsnetzwerks Aargau Ost. Zusammen mit dem Verein Pioneer City und dem Beratungsunternehmen Company Factory führte das Forum vom 10. bis 12. September in der ABB Technikerschule in Baden das erste sogenannte Next.Entrepreneur Bootcamp durch.

Natürlich ging es in diesem Bootcamp nicht darum, durch den Dreck zu robben. Eine Challenge war es trotzdem: Die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten 48 Stunden lang Zeit, unternehmerische Herausforderungen zu bewältigen – keine erfundenen, sondern reale Business-Cases, beigesteuert von existierenden und vor Ort vertretenen Unternehmen. «Next.Entrepreneur ist kein traditioneller Hackathon, es herrscht mehr Interdisziplinarität, und es gibt mehr direkte Kontakte zwischen KMU und Teilnehmenden», sagt Thomas Eichenberger. Ein Bootcamp in diesem Sinn ist eine gute Gelegenheit für Firmen, Nachwuchskräfte zu rekrutieren.

Work Life Aargau unterstützt Initiative

Work Life Aargau ist Hauptsponsor dieses neuen Formats, bei dem Arbeitgebende und Fachkräfte zusammentreffen. Für ein erfolgreiches Fachkräfte-Marketing reicht es heute nicht mehr, eine Stelle einfach nur auszuschreiben. Das Unternehmen wird als Arbeitgeber zu einer eigenständigen Marke, das sich positionieren und Marketing betreiben muss – zum Beispiel mittels eines solchen Scouting-Anlasses wie dem Next.Entrepreneur Bootcamp.

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Arbeitgeber werden zu einer eigenständigen Marke, die positioniert werden muss – zum Beispiel an einem Scouting-Anlasses wie dem Next.Entrepreneur Bootcamp.
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Michael Seiler, Work Life Aargau

Die Teilnehmenden waren hauptsächlich Studierende gegen Ende ihres Bachelor- oder Master-Studiums aus dem Raum Aargau-Zürich, daneben aber auch Personen mit einer gewissen Berufserfahrung. «Uns ist wichtig, dass nicht der akademische Abschluss als einziger Massstab gilt, sondern die Qualität der Bewerbung und das persönliche Engagement», sagt Marius Feurer von Company Factory. So war ein Teilnehmer ein Erstsemester-Student, der bereits ein Start-up gegründet hatte.

Mit Design Thinking zum Prototyp

Die Jungtalente erhielten im Vorfeld eine Toolbox in Form eines Booklets. Darin erklären die Coaches die Methodik. Als Hauptwerkzeug wurde den 18 Teilnehmenden der Design-Thinking-Ansatz an die Hand gegeben, der für die Problemlösung und Innovationsfindung die Nutzer*innenperspektive einnimmt, die Bedürfnisse der Zielgruppen aber immer auch mit der technischen Machbarkeit und der wirtschaftlichen Tragbarkeit von Prototypen abgleicht. Vor Ort ging’s los mit der Vorstellung der sechs Cases, die anschliessend von Dreiergruppen in mehreren Sessions bearbeitet wurden.

«Die Walde Immobilien AG (mit einem Standort in Baden) nimmt an, dass viele Menschen, welche bereits Immobilien besitzen und sich in Umbruchphasen befinden, ihre Bestandsimmobilie verkaufen würden, wenn sie direkt ein neues Kaufobjekt zur Verfügung hätten.» Würden und hätten: Das Wording dieser Aufgabenstellung zeigt, dass Käufer und Verkäufer von Immobilien offenbar nicht immer so einfach zueinanderfinden. Die Bootcamp-Teilnehmenden arbeiteten deshalb an einem besseren Match-Making für Kauf-/Tauschbörsen in der Immobilienbranche.

Ein anderer Auftraggeber war die Brugg Rohrsystem AG aus Brugg. Sie hat als Marktführerin ein neues Produkt entwickelt, das erstmals direkt Hersteller von Wärmepumpen als Kunden gewinnen könnte. «Doch wie machen sie das am besten?», lautete die offen gestellte Frage an die Talente, die also ein Vertriebskonzept zu entwickeln hatten.

Nichts weniger als die «Gestaltung der kreativsten Marketingkampagne für die passende Zielgruppe eines neuen Produkts der Sharing Economy» erwartete Office Lab, Marktleader der Schweizer Coworking-Space-Anbieter mit zwei Coworking Spaces in Baden und Spreitenbach. Solche Angebote seien in aller Munde, und auch Co-Living sei inzwischen im Schweizer Markt eingetroffen.

15 Minuten, um das Konzept zu «verkaufen» und sich selbst bei den Arbeitgebern ins Gespräch zu bringen

Gut verköstigt, so ausgeschlafen wie möglich und bei Bedarf gecoacht, bereiteten sich die Teilnehmenden auf die Pitches vor, die als Krönung am Abschlusstag stattfanden. Jede Gruppe hatte 15 Minuten Zeit, ihre Idee zu «verkaufen» und kritische Fragen zu beantworten. Anschliessend zog sich die Fachjury zur Beratung zurück. Die Spannung stieg. Wer würde die Preisgelder für die besten Konzepte und Protoypen einheimsen, die von Work Life Aargau gepsonsort wurden? In der Zwischenzeit haben schon erste Gespräche zwischen Unternehmen und einzelnen Talenten stattgefunden, ob sie sich eine weitere Zusammenarbeit vorstellen könnten. Wir drücken beiden Parteien für diese Gespräche die Daumen.

So sehen Sieger aus. Thomas, Luca und Christian mit Michael von Work Life Aargau

Fotos © Lucien Marti

Das Next.Entrepreneur Bootcamp werde jetzt weiterentwickelt, sagt Thomas Eichenberger, erste Gespräche für 2022 laufen. Stay tuned!

Autor: CH Media

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