02.12.2020

Adecco Fachkräftemangel Index 2020: Ingenieur*Innen sind in der Nordwestschweiz im Corona-Jahr am meisten gesucht

Arbeitsleben

Der Nordwestschweizer Fachkräftemangel Index zeigt sich 2020 erstmals seit 2 Jahren wieder rückläufig. Am höchsten ist der Fachkräftemangel bei den technischen Jobs und Ingenieur-Stellen. Kaufmännische und administrative Beruf verzeichnen dieses Jahr den grössten Fachkräfteüberschuss.

Seit Ausbruch der Corona-Krise ist die Nachfrage nach Fachkräften schweizweit gesunken. Dennoch besteht in einigen Berufen weiterhin ein Fachkräftemangel. Dies beispielsweise in den Bereichen Ingenieurwesen, Technik, Humanmedizin und Pharmazie, Treuhand sowie Informatik. In Berufen mit einem Fachkräfteüberangebot verschärft sich die Lage für Stellensuchende hingegen weiter. Vor allem Berufe des Verkaufs und Handels, des Gastgewerbes sowie des kaufmännischen und administrativen Bereichs leiden unter einem Überangebot an Fachkräften. Dies zeigt der Fachkräftemangel Index der Adecco Gruppe Schweiz und des Stellenmarkt-Monitors Schweiz der Universität Zürich. Die Regionen Zürich und Ostschweiz verzeichnen den stärksten Einbruch. In der französisch- und italienischsprachigen Schweiz hat sich an der Nachfrage nach Fachkräften wenig geändert, wobei diese aber tiefer ist als im gesamtschweizerischen Durchschnitt.

Zwischen 2016, als der Fachkräftemangel im Rahmen des Fachkräftemangel Index Schweiz zum ersten Mal gemessen wurde, und 2019 hat der Fachkräftemangel jährlich zugenommen. Im Jahr 2020 ist der Index erstmals gesunken, und zwar um 17%. COVID-19 hat die Lage auf dem Schweizer Arbeitsmarkt sehr schnell verändert. In den meisten Berufen sinkt die Zahl der offenen Stellen, während die Zahl der Stellensuchenden steigt. Luca Semeraro, Head Professional Recruitment, sagt: „Am Fachkräftemangel in Berufen wie dem Ingenieurwesen, der Informatik, der Technik oder der Medizin hat die Corona-Krise wenig geändert. Corinne Scheiber, verantwortlich für Adecco Medical, fügt an: „Gut ausgebildete Pflegefachkräfte, insbesondere solche mit Spezialisierung Intensivpflege, sind aktuell sehr gesucht.“ Allgemein ist momentan eine hohe Arbeitslosenquote zu beobachten. Doch in Berufen, wo das Fachkräfteüberangebot bereits 2019 besonders gross war, spitzt sich die Lage besonders zu. Vor allem in "kundenorientierten Dienstleistungsberufen wie dem Gastgewerbe oder dem Verkauf" ist dies der Fall, meint Helen Buchs vom Stellenmarktmonitor Schweiz der Universität Zürich

Die Nordwestschweiz folgt dem gesamtschweizerischen Trend: In den Kantonen Aargau, Basel-Stadt, Basel-Land und Solothurn belegen die Ingenieurberufe und die Berufe für Technikerinnen und Techniker erneut die ersten beiden Plätze des Fachkräftemangel Rankings. Der Fachkräftemangel schwächt sich zwar in beiden Berufsgruppen ab, bleibt aber weiterhin gross. Neu steigen die Berufe der Humanmedizin und Pharmazie im Fachkräftemangel Ranking der Region Nordwestschweiz auf Platz 3. Das grösste Überangebot an Fachkräften in der Region Nordwestschweiz verzeichnen hingegen die kaufmännischen und administrativen Berufe. Sie belegen neu den letzten Platz des Rankings.

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