17.03.2021

Privatschule – vielleicht eine Alternative?

Arbeitsleben

Für gewisse Eltern und ihre Kinder ist die öffentliche Schule nicht das Richtige. Als Alternative bieten sich Privatkindergärten und -schulen an. Möglich ist im Kanton Aargau auch die Beschulung in den eigenen vier Wänden. Wir bieten einen Überblick.

28 Privatkindergärten und -schulen, die eine behördliche Bewilligung vorweisen können, gibt es im Kanton Aargau (Stand: August 2020). Auf der Liste, die auf der Webseite des Departements Bildung, Kultur und Sport aufgeschaltet ist, finden sich Waldschulen ebenso wie Montessori-Institutionen oder die Rudolf Steiner Schule. Der Verein Privatschulen Aargau schreibt auf seiner Webseite: «Die Privatschulen haben sich in der aargauischen Bildungslandschaft einen festen Platz geschaffen. Sie übernehmen eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe, indem sie auf Bedürfnisse von Eltern, Kindern und Behörden reagieren und diese in ihre Schulkonzepte integrieren.»

Im Folgenden stellen wir ein paar dieser Kindergärten und Schulen vor. Wichtig ist: Bei allen Angeboten auf der Liste, die staatlich kontrolliert werden, gilt: Die Bildungsziele und der Lehrplan müssen jenen der öffentlichen Schule entsprechen. Und die Kosten für den Besuch von Privatschulen gehen vollständig zulasten der Eltern.

Im Bereich der privaten Beschulung der eigenen Kinder zuhause ist der Kanton Aargau – im Gegensatz zu anderen Kantonen, in denen eine solche Möglichkeit überhaupt nicht besteht – eher liberal. Die Kinder dürfen in den eigenen vier Wänden unterrichtet werden, wenn sie den Nachweis erbringen können, dass regelmässiger, strukturierter Unterricht geboten und der Lehrplan eingehalten wird. Regelmässig müssen die Kinder Leistungsnachweise erbringen, um zu sehen, wo sie im schulischen Stoff stehen. Dabei dürfen nicht nur die Eltern die eigenen Kinder unterrichten, diese Aufgabe darf auch von Drittpersonen übernommen werden. Wichtig ist: Plant man, seine Kinder zuhause zu unterrichten, so muss man dies der Schulpflege am Wohnort melden, denn alle Kinder und Jugendliche unterstehen von Gesetzes wegen der Schulpflicht.

Vielfältiges Angebot

Die Gründe, warum Eltern sich entschliessen, ihre Kinder nicht in eine staatliche Schule zu schicken, sind mannigfaltig. Das zeigt sich auch im Angebot der Privatkindergärten und -schulen. Die einen bieten Unterricht im Sinn ihrer pädagogischen Vorbilder, die anderen können dank kleiner Gruppen individueller auf Schüler*innen eingehen, und dritte bieten eine besondere Verbindung zur Natur.

Der Verein Naturspielwald in Baden ist ein solcher Verein. Er bietet Kindern von der Spielgruppe (ab 3 Jahren) bis zum Abschluss der 2. Klasse der Primarschule die Möglichkeit, den Unterricht im Wald zu besuchen. Dabei sind sie bei jedem Wetter draussen, nutzen die Vielfalt, die der Wald bietet, um zu lernen und werden gleichzeitig für den Umgang mit der Natur sensibilisiert. Auch die Schule im Grünen in Baden richtet sich an Eltern, die ihren Kindern einen besseren Zugang zur Natur wünschen. Hier werden Kinder von der 1. bis zur 6. Klasse unterrichtet.

Die Rudolf Steiner Schule in Schafisheim in wohl die älteste und grösste Privatschule im Aargau. Seit über 40 Jahren bietet sie Unterricht nach der Waldorfpädagogik. Diese wurde um 1920 von Rudolf Steiner entwickelt und gründet auf dem ebenfalls von Steiner entwickelten antroposophischen Menschenbild. Denken, Fühlen und Wollen sollen gleichberechtig geschult werden. Neben der Schule in Schafisheim, die Kindern und Jugendlichen vom Kindergarten bis zur 10. Klasse offensteht, gibt es auch noch den Rudolf Steiner Kindergarten in Rheinfelden.

Mehrsprachiger Unterricht

Auf die Pädagogik von Maria Montessori stützen sich das Kinderhaus Montessori Lägern in Wettingen (für Kinder von 3 Monaten bis 6 Jahren), die Montessori Schule in Brugg (für Kinder von 3 bis 12 Jahren) und die Montessori Schule in Lenzburg (für Kinder von 3 bis 12 Jahren). Maria Montessori baute ihre Pädagogik auf der Überzeugung auf, dass der Mensch sich selber erziehen kann – ganz nach dem Motto «Hilf mir, es selbst zu tun». Die Kinder sollen nach ihren Interessen und in ihrem Tempo lernen können. In Lenzburg und in Brugg findet der Unterricht immersiv, also auf Deutsch und Englisch statt. Angelehnt an die Pädagogik von Maria Montessori und ebenfalls zweisprachig ist der Kindergarten Children’s World in Ennetbaden.

Über hundert Kinder und Jugendliche besuchen zurzeit die ipso! International School in Rheinfelden. Die Schule, die im Januar 2014 eröffnet wurde, vereint unter einem Dach vier Stufen: Kita, Kindergarten, Primar- und Sekundarstufe I. Die Schule Lernhaus in Brugg, die Schule Kairos in Lenzburg und das Forum 44 mit Standorten in Baden und Aarau richten sich explizit an Oberstufenschüler*innen. Sie bieten Abschlüsse auf Sekundar- oder Bezirksschulniveau, mit denen Schüler*innen eine Lehre beginnen oder in eine weiterführende Schule übertreten können. In kleinen Klassen und sehr strukturiert bieten diese Schulen oft Jugendlichen eine Chance, die in der öffentlichen Schule aus verschiedenen Gründen ihren Platz nicht finden.

Kosten variieren

Ob Wald- oder Tagesschule, Montessori oder Rudolf Steiner, eines ist allen Angeboten gemein: Da es sich um private Initiativen handelt, müssen die Eltern die Schulkosten vollumfänglich selber bezahlen. Diese Kosten variieren stark von Schule zu Schule. Die Tarife sind meist auf den Webseiten der einzelnen Institutionen zu finden. Nebst den öffentlichen Schulen sind auch die Standorte der Privatschulen in Ihrer Nähe ganz einfach auf dem Work Life Aargau Wegweiser zu finden.

Autor: CH Media

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