12.09.2022

Die erfolgreiche Suche nach Fachkräften, ein Balanceakt zwischen den Generationen

Interessen

Wie werden Arbeitgeber attraktiv für alle Generationen? Diese Frage bewegt viele Entscheider. Mögliche Antworten darauf standen auch im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung von Work Life Aargau (WLA). Das Impulsreferat zum Thema war selbst schon ein Lehrstück der Zusammenarbeit zwischen den Generationen. Ein Beispiel, wie sich gemeinsames Arbeiten mit Generation Z konkret und praktisch im Alltag gestalten kann.

Es gab spannenden Einsichten, Erkenntnisse und Tipps, die die Vortragenden auch gleich selbst umgesetzt haben. An der gemeinsamen Gestaltung des Beitrages waren beteiligt, Yannick Blätter, einer der bekanntesten Vertreter der Generation Z in der Schweiz. Mit seinem Unternehmen, Neovisio, verspricht er seinen Kunden: «Wir machen die GenZ zu Euren Kunden und Mitarbeitenden.» Weiter als Vertreterin der Generation der sogenannten Babyboomer, Ulrike Clasen, Netzwerk Kadertraining. Als neu gewähltes Vorstandsmitglied von WLA, erfolgreiche Gründerin und langjährige Unternehmerin, gab sie im gemeinsamen Impulsreferat ihre Erfahrungen und viele konkrete Tipps weiter.

Die Challenge bestand in der Herausforderung, die Inhalte mit dem Blick auf die Einsichten und Meinungen beider Generationen zu zeigen, sie zu verbinden und Tipps zur Umsetzung zu geben. Das Themenspektrum umfasste die Beurteilung des aktuellen Arbeitsmarktes, die in den Unternehmen vorherrschenden Denk- und Handlungsweisen zu Employer Branding sowie Beispiele und Forderungen an das Leadership. 

Zuerst einmal zum Themenkreis:

Unternehmen wollen und müssen junge Talente sowie passende Mitarbeitende anziehen, akquirieren und erfolgreich mit ihnen arbeiten. Sie suchen Antworten auf die Fragen:

  • Welche Strategien für eine erfolgreiche Talentakquise sind für uns wünschbar und umsetzbar?
  • Welche neuen und angepassten Denk- und Handlungsweisen in Bezug auf die Kandidaten- und Führungsorientierung können dies unterstützen?
  • Wie und wo sollten wir uns als Arbeitgeber positionieren und präsentieren?
  • Wann ist für uns die Suche nach Menschen mit Kompetenz und wann die Suche nach Menschen mit Potenzial die bessere Wahl?
  • Welche Führungsqualitäten sollten wir intern aufbauen, um die Mitarbeitenden anzuziehen, die wir brauchen?

Warum die Challenge?

Die Idee für einen gemeinsame Auftritt und die gemeinsame Erarbeitung war schnell aus dem Thema heraus entstanden. Work Life Aargau unterstützt Firmen im Standort Aargau dabei, sich aktiv gegen den Fachkräftemangel zu rüsten. Dazu gehören innovative Wege, Talente zu rekrutieren, die Neu- und Weiterqualifikation bereits qualifizierter Arbeitskräfte und der gute Umgang mit dem Generationenmix im Unternehmen. Was bietet sich da besser an, als das Impuls-Referat schon als gelingende Zusammenarbeit über Generationen hinweg, zu gestalten. Natürlich erstellten die Referenten ihren Vortrag ausschliesslich online und mit insgesamt zwei kurzen Video-Calls und drei Mailkontakten. Schnell, direkt und unkompliziert.

Wichtig in der Zusammenarbeit mit Generation Z:

Was  Ulrike Clasen in den Schritten der Ko-Kreation für das Referat geholfen hat, kann in drei Schritten zusammengefasst werden. Diese eigenen sich auch generell als Tipp für eine gelingende Zusammenarbeit mit der GenZ:

  1. Kontakt aufnehmen und sich direkt zeigen
  2. Offen und beweglich im Prozess bleiben
  3. Wissen teilen und Transparenz herstellen

Das passt zu den Wünschen der Generation Z, die Yannick Blätter dann auch im Vortrag genannt hat. Er fordert in der Zusammenarbeit: Seid instant, flexibel und klar.

Die Mitarbeitenden aller Generationen wünschen sich einen Arbeitgeber, der eine Kultur des gegenseitigen Vertrauens ermöglicht. Nur wer miteinander spricht und voneinander lernt, kann zusammen Neues entwickeln. Gewünschte Innovationen können von jungen Mitarbeitenden mitgeprägt werden, wenn sie ernst genommen und beteiligt werden.

Vom Undenkbaren zum Umdenkbaren

Wer die passenden Talente anziehen und behalten will, muss umdenken können und dem Andersdenken Platz machen. Das betrifft nicht nur den Firmenauftritt. Wer sich aussen als attraktiv für junge Menschen zeigt, muss intern mit entsprechender Kultur und Zusammenarbeitsformen auch «Wort halten».

Um generationenübergreifende Teams erfolgreich werden zu lassen heisst das:

  1. Für ein Klima der gegenseitigen Wertschätzung sorgen, in dem es keinen Platz für Vorurteile gibt. Weder gegenüber älteren noch gegenüber jüngeren Mitarbeitenden.
  2. Organisationsformen mit hohem Autonomiegrad einzusetzen, die ein orts- sowie zeitunabhängiges Arbeiten und das Einbringen eigener Ideen und möglichst viel Selbstorganisation zulassen.
  3. Einen kontinuierlichen und beidseitigen Wissenstransfer zu ermöglichen. Damit sichergestellt wird, das Erfahrungswissen weitergegeben werden kann und Neues, aktuelles Wissen in das Unternehmen mit einfliesst.

Arbeit an der Unternehmenskultur zahlt sich aus

Kulturarbeit in der Organisation ist schwerer fassbar als die Klarheit in den Strukturen und Prozessen. Kultur wird geprägt durch unausgesprochene Muster, verschiedene Denkweisen, gemeinsame Gepflogenheiten und Handlungsweisen. Doch Unternehmenskultur ist kein starres Gebilde, sondern veränderbar. Es ist ein ständiger Prozess, den die Beteiligten laufend mitprägen und miteinander lernen. Darum ist Kultur auch entwickelbar.

Durch die laufenden Interaktionen verändert sich die Unternehmenskultur und erneuert sich so immer wieder. Darin liegt die Chance der Gestaltbarkeit. Die gewünschte Kultur darf konsistent miteinander abgesprochen und konsequent eingeübt werden.  Es braucht dazu die Menschen, die ihre gewünschte Kultur mit den formulierten Normen und Werten über einen längeren Zeitraum vorleben.

Gelingende, generationsübergreifende Zusammenarbeit muss gewollt sein

Der Erfolg in den Organisationen hängt nicht nur von der Auswahl der richtigen Teammitglieder ab. Ein zentraler Faktor für den Teamerfolg ist die Psychologische Sicherheit. Damit wird der Umstand beschrieben, dass sich jedes Teammitglied frei fühlt, alle Ideen, Fragen und Bedenken ohne Angst vor persönlichen Auswirkungen mit den anderen zu teilen.

Führungskräfte dürfen sich fragen: Habe ich sichergestellt, dass jede und jeder in unserem Team, andere um Hilfe bitten, einen Fehler zugeben oder ein Projekt kritisieren darf? Ermutige ich alle Mitarbeitenden proaktiv und wertschätzend dazu, Ideen, Kritik und Sorgen mit einzubringen, ohne negative Konsequenzen fürchten zu müssen?

Kulturarbeit ist ein kollektiver Lernprozess. Der Einsatz ist die Bereitschaft, Unternehmenskultur zu entwickeln und konsequent entsprechende Lernmöglichkeiten für alle zu schaffen. Das Ergebnis ist eine Unternehmenskultur, die einhergeht mit hoher Arbeitgeberattraktivität, über alle Generationen hinweg. Damit steigen die Chancen, die Mitarbeitenden mit den Kompetenzen und Potenzialen zu gewinnen, die für die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens wertvoll sind.

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