10.02.2021

7 Tipps, um den passenden Arbeitgeber zu finden

Arbeitsleben

Wir verbringen 40-50 Stunden pro Woche mit Arbeiten. Sollten wir uns dann nicht gut überlegen, ob der künftige Arbeitgeber wirklich zu uns passt?

Worauf achten Sie, wenn Sie sich bei einem neuen Arbeitgeber bewerben? Auf einen attraktiven Jobtitel, auf eine spannende Beschreibung des Aufgabengebiets und auf einen guten Lohn? Klar, das ist es ja, was wir von einem Job erwarten, oder?

Weshalb gefällt es Ihnen beim aktuellen Arbeitgeber? Sind es auch der Titel, die Tätigkeiten und der Lohn? Oder vielleicht eher die gute Atmosphäre, die Wertschätzung durch die Vorgesetzten und den Zusammenhalt mit den Kolleginnen und Kollegen?

Great Place to Work fragt jährlich weltweit mehr als 10 Millionen Arbeitnehmer*innen, wie zufrieden sie mit ihrem Arbeitgeber sind. In der Schweiz arbeiten wir mit rund 200 Organisationen zusammen und befragen mehr als 20'000 Mitarbeitende. Auch wenn es länderspezifische Unterschiede gibt, so ist eines klar: Ein attraktiver Jobtitel und ein guter Lohn mögen kurzfristig verlockend sein, langfristig motiviert dies aber nicht. Selbstverständlich, der Lohn muss der Ausbildung und der Erfahrung angemessen sein. Aber was bringt ein höherer Lohn, wenn man sich dafür jeden Tag zur Arbeit quälen muss und schon am Montag wieder ans Wochenende denkt? Es ist nicht der Montag, der schlimm ist, es ist der Job.

Jede*r Dritte ist unzufrieden im Job

Eine repräsentative Studie von Great Place to Work in der Schweiz hat ergeben, dass 65% der Arbeitnehmer*innen sagen, dass sie mit ihrem Arbeitgeber zufrieden sind. Was bedeutet das aber im Umkehrschluss? Mehr als ein Drittel der berufstätigen Bevölkerung steigt jeden Morgen ins Auto oder in den Zug (oder loggt sich zuhause in den ersten Zoom-Call ein), um für eine Organisation tätig zu sein, für welche sie gar nicht gerne arbeiten.

Haben Sie nicht auch schon davon geträumt, dass Ihre Vorgesetzten ehrlich kommunizieren und Ihnen gleichzeitig zuhören würden? Dass sie integer wären und dasselbe Verhalten an den Tag legen, welches sie auch von Ihnen verlangen? An einem tollen Arbeitsort werden Mitarbeitende bei ihrer beruflichen Entwicklung unterstützt und in relevante Entscheidungen einbezogen. Natürlich gibt es an einem solchen Ort auch keine Bevorzugungen oder Diskriminierungen, weder bei der Einstellung noch bei der Beförderung oder der Vergütung.

Ein anderer Aspekt wurde zudem in den vergangenen Jahren immer wichtiger: Stolz. Stolz auf die Produkte und Dienstleistungen der Organisation sowie auf ihre Position in der Gesellschaft (Corporate Social Responsibility). Aber auch der Stolz auf die Arbeit des eigenen Teams sowie auf den persönlichen Beitrag. Und wenn dies alles noch in einer freundlichen Atmosphäre stattfindet, wo man sich selbst sein kann und man sich gegenseitig unterstützt, dann herrscht wahrlich eine hervorragende Arbeitsplatzkultur.

Das klingt wirklich nur wie ein Traum? Nein! Bei den von uns ausgezeichneten Organisationen sind nämlich 9 von 10 Mitarbeitenden zufrieden und bejahen die gerade genannten Aspekte. Es gibt sie also, die wirklich guten Arbeitgeber.

Websites und Jobinserate sind keine Hilfe

Die Frage ist natürlich, wie man diese findet. Denn leider kommunizieren auch die meisten Arbeitgeber auf ihren Websites und in den Jobinseraten nur gerade die Fakten wie den Jobtitel und das Aufgabengebiet. Die Selbstbeschreibung besteht zumeist auch nur aus austauschbaren Floskeln. Gerade KMU tun sich sehr schwer damit, sich authentisch als Arbeitgeber darzustellen. Umso wichtiger ist deshalb die Plattform Work Life Aargau, wo man sich ein umfassendes Bild über die Organisationen machen kann.

Doch was können Sie als potentielle*r Mitarbeiter*in konkret sonst noch tun? Hier ein paar Vorschläge:

  1. Sprechen Sie mit Bekannten, die beim künftigen Arbeitgeber tätig sind
  2. Suchen Sie auf Work Life Aargau, der Unternehmens-Website oder in den sozialen Medien nach Testimonials von Mitarbeitenden
  3. Konsultieren Sie Plattformen wie Kununu, Glassdoor oder Work Life Aargau, um mehr über das Unternehmen als Arbeitgeber zu erfahren
  4. Achten Sie auf Zertifizierungen wie Great Place to Work
  5. Stellen Sie im Bewerbungsgespräch spezifische Fragen zur Arbeitsplatzkultur
  6. Bestehen Sie darauf, das Team kennenzulernen
  7. Schlagen Sie vor, einen Probetag zu absolvieren

Wichtig ist aber in jedem Fall, dass Sie sich selber bewusst werden, was Sie von einem Arbeitgeber und dessen Kultur erwarten. In welchem Umfeld können Sie Ihr volles Potential ausschöpfen und Ihre beste Leistung erbringen? Und was sind auch Sie bereit, selber zur Kultur beizutragen? Eine Arbeitsplatzkultur ist nicht in Stein gemeisselt, sondern wird jeden Tag durch sämtliche Mitarbeitende geformt und weiterentwickelt. Ebenso wenig gibt es die eine perfekte Kultur. Was für die eine Person ein ideales Umfeld darstellt, kann für die andere der Horror sein.

Aber seien Sie auf jeden Fall anspruchsvoll, was die Arbeitsplatzkultur anbelangt. Es sind schlussendlich Ihre 40-50 Stunden Lebenszeit, die Sie jede Woche für diesen Arbeitgeber investieren werden!

Autor: Patrick Mollet, Great Place to Work

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